Tarifvertrag altersteilzeit tvöd vka

Die Verhandlungen über den BAGS-Kollektivvertrag dauerten mehr als sechs Jahre und resultierten aus langwierigen Kämpfen zwischen Densen, die eine klassenübergreifende Koalition auf der einen Seite bildeten, und politischen Akteuren auf der anderen Seite. Darüber hinaus kam es innerhalb der Arbeits- und Arbeitgeberlager zu Konflikten. Der heftigste Widerstand gegen eine nationale sektorale Vereinbarung kam jedoch von den Regionalregierungen, die argumentierten, dass sie kein national harmonisiertes System finanzieren könnten, um eine breite Palette von sozialen Berufen zu bezahlen. Regierungsvertreter zogen es offen vor, ihre Verhandlungsposition zu verbessern, indem sie getrennt mit einzelnen Anbietern verhandelten. Die Entschlossenheit der Arbeitgeber, diese zerstrittenen Taktiken zu beenden, bewoge ihre Unterstützung der nationalen sektoralen Vereinbarung (Interviews 03, 04 und 05). Die Gesprächspartner stellen fest, dass die Sparpolitik aneinem Spielraum anknüpft, die jedoch nicht direkt mit der europäischen Haushalts- und Schuldenkrise zusammenhängt. Die kirchlichen Anbieter Caritas und Diakonie genießen das besondere Recht, über den sogenannten “dritten Weg” Leitlinien für Arbeitsverträge abzuschließen. Das bedeutet, dass Sonderkommissionen, die mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern besetzt sind, diese Leitlinien aushandeln. In einigen ihrer Regionalen hat die stärker dezentrale Diakonie von diesem dritten Weg abgewichen und tarifgebundene Verträge mit ver.di abgeschlossen. Viele diakonische Unternehmen sind im Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD)Fußnote 17 vertreten, der 1996 gegründet wurde, um die Interessen diakonischer Unternehmen zu fördern, die der Meinung waren, dass die religiös orientierte Diakonie ihr wirtschaftliches Interesse nicht gut repräsentierte (Interview 17). VdDD-Vertreter befürworten vor allem den Wettbewerb zwischen Sozialdienstleistern – oder halten ihn für unausweichlich, weil die Erstattung aller angefallenen Kosten der Vergangenheit angehört.

Sie fordern jedoch die gleichen Rahmenbedingungen für alle Wettbewerber. Zu diesen Rahmenbedingungen sollte ihrer Ansicht nach die Erstattung von Kosten gehören, die sich aus höheren Löhnen ergeben, wenn ein Tarifvertrag einen Anbieter bindet. Ziel des VdDD ist es, einen umfassenden Rahmen kollektiver Regelungen für alle diakonischen Unternehmen in Deutschland zu schaffen. Um mit privaten gewinnorientierten Anbietern konkurrieren zu können, die ohne Tarifverträge tätig sind, würde dieser Rahmen die Möglichkeit bieten, differenzierte Löhne in verschiedenen Regionen und Teilsektoren zu erzielen (Interview 18). Der VdDD hat auch das ausdrückliche Ziel, sich vom TVöD zu entfernen, da struktural und “Ideologie”Fußnote 18 des TVöD nicht den geschäftlichen Bedürfnissen seiner Mitglieder entsprechen würde (Interview 17). Konflikte und Kämpfe gab es auch zwischen den Arbeitgeberverbänden. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) vertritt alle österreichischen Unternehmen, für die eine Mitgliedschaft pflichtpflichtgemäß ist. Sie sprachen sich gegen die Gründung einer sektoralen Arbeitgeberorganisation mit freiwilliger Mitgliedschaft aus, die in Tarifverhandlungen eine höhere Priorität hat als Organisationen mit Pflichtmitgliedschaft.

Kürzlich wurden sogar gemeinnützige Unternehmen Mitglieder der WKÖ; die meisten gehören aber auch zu DEN BAGS, die seit ihrer Gründung weiter wachsen. Derzeit organisiert die BAGS (umbenannt in Sozialwirtschaft Österreich, SWÖFootnote 10, 2012) 367 Mitgliedsorganisationen, die mehr als 55.000 Beschäftigte im privaten Sozialdienst beschäftigen (SWÖ 2016). Die Organisationsdichte der Arbeitgeber, d.h. die Zahl der in den BAGS/SWÖ-Mitgliedsorganisationen beschäftigten Arbeitnehmer im Verhältnis zu allen Imkundigen des Verbandes, beträgt ca. 55 %. Der TVöD resultierte aus einer konfliktübergreifenden Reform der Tarifverträge des öffentlichen Sektors in der ersten Hälfte der 2000er Jahre. Nach der Umsetzung des TVöD wurden die Arbeitsverhältnisse in einigen Teilen des öffentlichen Sektors, insbesondere in der Kinderbetreuung, konfliktbeständiger (Schmidt et al.